Obama hält Haftbedingungen von Bradley Manning für angemessen

US-Präsident Barack Obama hat die Haftbedingungen von Bradley Manning als „angemessen“ verteidigt. Er tat dies auf Nachfrage eines Journalisten während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Obama wurde mit der Aussage PJ Crowleys, Sprecher von Außenministerin Clinton, konfrontiert: „Was mit Manning passiert, ist lächerlich, kontraproduktiv und von Seiten des Verteidigungsministeriums schlicht dumm.“ (siehe Update am Ende des Textes!) Obama sagte daraufhin, das Pentagon habe ihm gegenüber versichert, dass Manning angemessen und den allgemeinen Standards entsprechend behandelt würde. Dann übernimmt Obama die Taktik des Pentagons, dass mit Rücksichtnahme auf Mannings Privatsphäre keine weiteren Aussagen gemacht werden könnten. Maßnahmen seien auch zu Mannings eigener Sicherheit ergriffen worden.
Das spielt möglicherweise darauf an, dass Manning als suizidgefährdet eingestuft wurde. Anfang März wurde Mannings Ersuchen, diese Einstufung zurückzunehmen und das Ausmaß der totalen Kontrolle zu reduzieren, von Pentagonbehörden abgelehnt. Der schwule US-Soldat wird seit über zehn Monaten ohne Gerichtsverfahren in der Marine-Basis Quantico im US-Bundesstaat Virginia in Isolationshaft gehalten. Er soll als sogenannter „Whistle-Blower“ Geheiminformationen an die Internet-Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben habe.
Der britische „Guardian“ berichtete am Freitag über einen 11-seitigen Brief Mannings, der nun durch dessen Anwalt David Coombs veröffentlicht worden sei. Darin beschreibt Manning die unmenschlichen Haftbedingungen. Unter dem Vorwand, er sei selbstmordgefährdet, seien ihm alle Kleider abgenommen worden, sogar seine Brille habe er abgeben müssen und er sei daraufhin drei Tage lang in völliger Dunkelheit in seiner Zelle sitzend verbringen müssen.
Manning bestreitet, Selbstmordabsichten zu haben. Vielmehr sei die „Sonderbehandlung“ Mitte Januar eine Reaktion der Gefängnisaufseher auf eine Solidaritätskundgebung für Manning vor den Toren der Marinebasis.
Update 13.3.11: Clintons Sprecher tritt zurück


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