Ball im Aus – Warum der Come-Together-Cup 2011 nicht in Berlin stattfindet

Seit letzter Woche steht fest, dass das alljährliche Fußballturnier Come-Together-Cup in diesem Jahr nicht in Berlin stattfinden wird. Als Grund wird in einer Pressemitteilung genannt, dass für 2011 trotz einiger vielversprechender Gespräche letztlich kein gemeinnütziger Verein als Lizenzpartner mit einer ausreichend breiten Basis an Ehrenamtlern für die Durchführung gefunden werden konnte. S.i.e.g.T. hat bei Organisator Andreas Stiene nachgefragt.
Der Come-Together-Cup, seit 1995 eine feste Größe im Kölner Stadtleben, wurde 2005 erstmals auch in Berlin, im Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg, veranstaltet. Auf sechs Kleinfeldern traten alljährlich bis zu 36 Fußballteams im parallel ausgespielten Frauen- und Männerturnieren gegeneinander an. Dazu gab es jeweils ein Rahmenprogramm. Ziel war und ist es, beim CTC alle gesellschaftlichen Gruppen aus den verschiedensten Bereichen zusammenzubringen. Organisiert wurde das Ganze unter weitgehendem Verzicht auf öffentliche Mittel oder Zuschüsse. Der CTC versteht sich darüber hinaus als ein Projekt zur Erzielung von Benefizerlösen für soziale Institutionen.
Im Gespräch mit S.i.e.g.T. lobt Organisator Andreas Stiene, selbst Ex-Landesligakicker, besonders das Frauen-Turnier mit 18 Frauenteams. „Sportlich ein absolutes CTC-Highlight! Daher ist es ganz besonders schade, dass wir ausgerechnet im Jahr der Frauenfußball-WM nicht, wie ursprünglich geplant, am WM-Finaltag in Berlin stattfinden können.“
Eine Konkurrenz zu den vom LSVD Berlin-Brandenburg betriebenen Respect Games sah und sieht Andreas Stiene nicht. So leiste der LSVD sehr wichtige und unverzichtbare Integrationsarbeit, etwa in Schulen und in Migrantengruppen. Freilich bleibt die Tatsache, dass der LSVD just ein Jahr nach dem Start des Come-Together-Cup in Berlin seine Respect Gaymes lancierte. Andreas Stiene winkt ab. „Jeder kann und darf ein integratives Fußballfest aufziehen, auch wenn es sehr ähnlich gestrickt ist wie unseres.“
Warum funktioniert in Berlin nicht problemlos, was in Köln sehr erfolgreich ist? „Ein wichtiger Punkt ist, das Köln eine andere, vor allem langfristig gewachsene Tradition hat, was das ehrenamtliche Mitmachen und Unterstützen angeht. Sicherlich auch ein wenig durch das hier absolut übliche, ehrenamtliche Karnevalsengagement bedingt.“
Bei allem Bedauern über die Absage für dieses Jahr ist Andreas Stiene schon wieder verhalten zuversichtlich. Denn seit bekannt ist, dass es keinen 6. CTC 2011 in Berlin geben wird, „gibt es schon erste positive Rückmeldungen für eine Fortsetzung des CTC im Jahr 2012“. Am Konzept will er nichts ändern. „Der CTC kann und soll auch zukünftig aus der Community heraus in Berlin stattfinden. Wenn sich einige – möglichst etwas fußballbegeisterte – Lesben und Schwule mit ihren gemeinnützigen Vereinen organisatorisch aktiv bei uns einbringen, dann könnte der CTC 2012 auch in Berlin wieder problemlos an den Start gehen.“
Link: 17. CTC in Köln am 2. Juni 2011

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1 Response to “Ball im Aus – Warum der Come-Together-Cup 2011 nicht in Berlin stattfindet”


  1. 1 Lars März 11, 2011 um 12:17 pm

    Ich hatte tatsächlich gedacht, dass die Respect Gaymes und der Come Together Cup dasselbe sind.
    Liegt das vielleicht daran, dass 2 Turniere wirklich zu viel des Guten sind, zumal man Leute auch nicht wirklich zu was begeistern kann, wenn es um Eigentlich nichts geht (rein sportlich gesehen).


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