Modemacher Galliano beleidigt – Erzbischof von Canterbury poltert – Schwulen-Basher zahlt – Obamas Meinung zur Homo-Ehe geändert

Ein von „The Sun“ veröffentlichtes Video soll rassistische Ausfälle des von Dior suspendierten Modemachers John Galliano zeigen +++ Erzbischof von Canterbury duldet keine Trauung von Homosexuellen in anglikanischen Kirchen +++ 260 Euro vs. 3 Millionen $ – was Hass auf Schwule kosten kann +++ Obamas Gesinnungsänderung hinsichtlich der Homo-Ehe

„Ich liebe Hitler!“ Video soll John Gallianos rassistische Ausfälle zeigen
Wie schon in der Personalia am Wochenende berichtet, wurde der britische Modemacher John Galliano wegen des Vorwurfs antisemitischer Pöbelei am vergangenen Donnerstag von seinen Aufgaben für Dior suspendiert. Nun hat die britische Zeitung „The Sun“ ein Video veröffentlicht, in dem nach erstem Anschein Galliano zu sehen ist, wie er, sichtlich alkoholisiert, bereits im Oktober in der Bar „La Perle“ im Pariser Marais-Viertel gegen eine Frau pöbelt. Nach einem faschistischen Liebesbekenntnis „Ich liebe Adolf Hitler“, wünscht der Modemacher der Frau den Tod. Ihre Vorfahren wären vergast worden. Die Frau habe sich erst aufgrund der jüngst bekannt gewordenen Vorfälle zu einer Anzeige entschlossen.
Anmerkung: In einem Bericht der „Welt“ wird darauf verwiesen, dass nicht 100%ig bewiesen ist, ob der Mann im Video „mit den etwas zu aufgedunsenen Backen“ tatsächlich Galliano ist. Das ist natürlich richtig! Darum habe ich nachträglich obigen kurzen Text sprachlich entsprechend verändert.

… und wenn wir schon bei Beleidigungen sind:
In Meißen wurde ein Mann zu 260 Euro Strafe verdonnert, weil er einen Radfahrer als „Schwuchtel“ und „Schwule Sau“ beleidigt hat. – In den USA erhält ein schwules Paar aus New Jersey über 3 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Es war von Angestellten der Fast-Food-Kette „Burger King“ beleidigt und verprügelt worden.

„Niemals!“ Erzbischof von Canterbury gegen Trauung von Homosexuellen in Kirchen
Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury, stellt sich gegen Pläne der britischen Regierung, homosexuellen Paaren zu ermöglichen, sich in einer Kirche verpartnern zu lassen. Gegenüber der britischen „Daily Mail“ schwor (wörtliche Übersetzung) Williams, er werde es niemals zulassen, dass Kirchengebäude für homosexuelle Hochzeiten benutzt werden. Er werde sich einem Druck der Behörden nicht beugen. Tatsächlich sieht ein Entwurf der Gleichstellungsbeauftragten Lynne Featherstone vor, dass keine Glaubensgemeinschaft gezwungen werden kann, ihre Gebäude für eine Verpartnerungszeremonie zu öffnen. Das Poltern von Williams überrascht auch, weil er für seine liberale Haltung gegenüber Homosexuellen bekannt ist. Kritiker glauben, dass er mit den jüngsten Äußerungen bei den Konservativen der anglikanischen Kirche punkten will.

Obama nicht länger gegen Homo-Ehe
Eine Meldung von letzter Woche, die wir nicht unterschlagen wollten: In den USA gilt seit 1996 das „Gesetz zur Verteidigung der Ehe“ (DOMA), das Ehe als Verbindung von Mann und Frau definiert. Das führt dazu, dass homosexuelle Ehepaare, die aufgrund der Gesetze ihres Bundesstaates rechtmäßig verheiratet sind, trotzdem in Fragen des Bundesrechts, etwa bei Steuern, benachteiligt werden können. Bislang hat die Obama-Regierung dieses Gesetz bei Klagen verteidigt. Nun sei man zur Einsicht gekommen, dass DOMA verfassungswidrig sei. Künftig wolle die Regierung das Gesetz in derzeit laufenden Klageverfahren gegen das Verbot der Homo-Ehe nicht mehr verteidigen.

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