Erstmals Aktion von Schwulen und Lesben in Weißrussland genehmigt

Ohne Zwischenfälle hat am Montag eine Gruppe von 15 Schwulen und Lesben in Minsk in einem Park unweit des Justizministeriums öffentlich gegen Homophobie und für gleiche Rechte demonstriert. Es ist die erste Versammlung, die von den Behörden der Hauptstadt Weißrusslands offiziell genehmigt wurde. Allerdings war auch die Teilnehmerzahl von den Behörden auf 15 begrenzt worden.
„Zum ersten Mal haben wir uns weder vor der Polizei noch vor homophoben Hooligans gefürchtet, sondern nur vor der Kälte“, so der Organisator Sergey Praded. „Es war uns nicht erlaubt, die traditionelle Regenbogenflagge zu verwenden.“ Stattdessen wurden Schilder hochgehalten, auf denen die Genehmigung für das weltweite Symbol der Homosexuellenbewegung gefordert wurde. Zudem war „Homophobie = Faschismus“ oder „Liebe ist ein Menschenrecht“, „Rechte für Schwule und Lesben“ auf den Plakaten zu lesen. „Dies ist ein wichtiger erster Schritt für uns!“ so Praded.
Im Mai letzten Jahres war der Versuch einer Demonstration sofort von der Polizei abgebrochen und Teilnehmer verhaftet worden. Seit 1994 steht Homosexualität in Weißrussland nicht mehr unter Strafe, ist jedoch stark tabuisiert. Das diktatorische Regime von Regierungspräsident Lukaschenka unterdrückt die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Weißrussland gilt als „letzte Diktatur Europas“.
Quellen: UK Gay News / Kyiv Post

1 Response to “Erstmals Aktion von Schwulen und Lesben in Weißrussland genehmigt”


  1. 1 Ralf Februar 15, 2011 um 5:41 pm

    Da denke ich an die fassungslosen Gesichter unserer weißrussischen Freunde vor einigen Jahren beim CSD in Mannheim, als sie sahen, wie die Polizei der Parade den Weg frei machte: „Bei euch führt die Polizei die Parade an, bei uns würde sie die Teilnehmer verhaften…“


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