Wenn Schwule sich auf Schwulenhasser freuen

Unvergessen das Bild, wie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit Moskaus damaligem Bürgermeister Luschkov – der in seiner Stadt Schwule verfolgen, verprügeln und inhaftieren ließ – lächelnd durchs Brandenburger Tor schritt.  Jetzt scheint sich Wowereit auf ähnliche schöne Momente zu freuen:
“Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat mit großer Freude auf die Mitteilung des Heiligen Stuhls reagiert, wonach Papst Benedikt XVI. im kommenden Jahr im Verlauf seines Besuchs in Deutschland auch nach Berlin kommen wird. Wowereit: ‘Der Besuch des Papstes in unserer Stadt ist für alle Berlinerinnen und Berliner, besonders aber für die Katholikinnen und Katholiken ein freudiges Ereignis. Der Besuch des aus Deutschland stammenden Kirchenoberhaupts in seinem Heimatland und in dessen Hauptstadt hat in seiner Einzigartigkeit historische Qualität. Ich heiße Papst Benedikt XVI. auf das Herzlichste willkommen in Berlin.’” (Pressemeldung des Landes Berlin)
Ob Ratzinger ihm ins Gesicht sagen wird, dass er ihn für ein krankes, bedauernswertes Geschöpf hält, das nicht dieselben Rechte hat wie andere Menschen? Dass er Wowereit für den Untergang des Abendlandes verantwortlich macht? Nur nebenbei sei daran erinnert, dass erst vor wenigen Tagen eine Putzfrau von den deutschen willfährigen Vollstreckern des Papstes entlassen wurde, weil sie sich mit ihrer Freundin verpartnerte.
Ein Bürgermeister hat protokollarische Pflichten. Sicher. Man darf aber auch mal einen Gang zurückschalten (selbst wenn im nächsten Jahr Wahlen anstehen).

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3 Responses to “Wenn Schwule sich auf Schwulenhasser freuen”


  1. 1 Ralf November 19, 2010 um 4:23 nachmittags

    Noch schlimmer. Im erinnere mich, dass Wowereit sogar mit jenem Mörder, der “König” von Saudiarabien genannt wird, durchs Brandenburger Tor spaziert ist. Es muss auch für einen schwulen Politiker Grenzen geben, die nicht überschritten werden dürfen. Ob Künast so viel besser sein wird, weiß ich nicht. Aber Wowereit muss weg.

  2. 2 Lars November 19, 2010 um 4:26 nachmittags

    Wir werden den Papst schon so willkommen heißen, wie er es verdient. Aber die Medien werden sowieso wieder darauf achten, dass antipäpstliche Proteste nicht erwähnt werden. Also muss man die sehr sehr sichtbar machen. Ich freu mich drauf, Krawall zu schlagen.

  3. 3 uwe November 19, 2010 um 4:46 nachmittags

    dieses habe ich an die senatskanzlei geschrieben:

    “Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bin wirklich ein Anhänger von Herrn Wowereit und der SPD. Finde aber, diese Stellungnahme zum Papstbesuch geht doch wohl ein bischen zu weit. Gerade Herr Wowereit als Homosexueller, so wie ich auch, sollte sich mal die Ausführungen dieses Herren zu uns anschauen und seine sonsitgen Ansichten über andere Themen. Ich bin jedenfalls sehr peinlich berührt, und ich nehme auch mal an, das der Empfang für diesen Herrn wohl sehr frostig sein wird.”

    und das die Antwort

    “seien Sie sicher, dass dieser Berliner Senat – auch und gerade gegenüber der katholischen Kirche – es an Deutlichkeit in Sachen Toleranz und Akzeptanz nicht mangeln lässt. Ich bin mir auch ganz sicher, dass rund um den Papstbesuch da die eine oder andere berechtigte Debatte in der Stadt stattfinden wird. Dass wir ihn als Kirchenoberhaupt hier willkommen heißen, ist aber eine andere Sache. Grüße und Dank für den kritischen Blick.”


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