Jacques Teyssier gestorben

JacquesTeyssier

Am Samstag ist Jacques Teyssier, der Weggefährte und seit 2008 auch Lebenspartner von Grünen-Politiker Volker Beck, gestorben. Der 53-Jährige war Ehrenvorsitzender des LSVD, für den er lange politisch und in der Funktion als Schatzmeister tätig war. In einer Pressemitteilung des LSVD heißt es weiter:
„Durch sein höchst sympathisches, französisch geprägtes Naturell eroberte Jacques bald unsere Herzen. Ebenso charmant wie durchsetzungsstark, immer konstruktiv und von französischer Klarheit geprägt hat er Arbeitsweise und Strategie des LSVD ganz wesentlich mitgestaltet. In den letzten Jahren engagierte er sich für den LSVD in der International Lesbian Gay Bisexual Trans and Intersex Association (ILGA). Auch hier, in unserem internationalen Dachverband, brachte er seine Erfahrungen ein und kämpfte für gleiche Rechte und eine wirkungsvolle Antidiskriminierungsgesetzgebung auf europäischer Ebene. Auch bei der Gründung der Menschenrechtsstiftung des LSVD, der Hirschfeld-Eddy-Stiftung, leistete Jacques unverzichtbare Arbeit. 2008 wollte er eine Pause einlegen und sich auf seine Genesung konzentrieren. Jacques war eine Kämpfernatur. Viele politische Schlachten gegen Intoleranz, Ausgrenzung und Homophobie hat er erfolgreich geschlagen. Den Kampf gegen den Krebs hat er am Ende nicht gewonnen.“

Mitteilung des LSVD
Artikel im Kölner Express

5 Antworten to “Jacques Teyssier gestorben”


  1. 1 Rémy Juli 27, 2009 um 8:12 pm

    Warum ordnest du diesen Beitrag unter HIV/Aids? Er ist an Krebs gestorben, und hat bei der LSVD und der ILGA gearbeitet, und nicht bei der AidsHilfe…

  2. 2 samstagisteingutertag Juli 27, 2009 um 8:47 pm

    Weil er HIV-positiv war. Ob und inwiefern dies Ursache für den Krebs war, kann ich nicht sagen.

  3. 3 Rémy Juli 29, 2009 um 12:10 am

    Genau das meinte ich in einem Kommentar auf einem anderen Beitrag: die Gleichung schwul=Aids nervt, lass doch seine Positivität mal Teil seines Privatlebens sein. Du taggst diesen Beitrag auch nicht mit „XXL“, obwohl seine Schwanzgröße vielleicht eine wichtigere Rolle in der Szene als sein Positivsein gespielt hat – und warum nicht auch „unbehaart“, „privat krankenversichert“ oder „Madonna Fan“, falls er es war? Es gibt sonst genug in seinem öffentlichen Szeneleben, das man relevantererweise erwähnen kann. Reserviere lieber den „Aids/HIV“-Tag für diejenigen, die sich explizit dagegen oder dafür engagieren, und lass ihn weg von denen, die nur zufällig betroffen sind. Oder?

  4. 4 samstagisteingutertag Juli 29, 2009 um 7:45 am

    @ Remy: Ich weiß nicht, ob durch einen Tag „HIV/Aids“ die Gleichung schwul=Aids unterstellt wurde, wie du es mir unterstellst. (Ich könnte auch mal sagen, dass du mich besser kennen dürftest, aber das spielt ja bei Totalverurteilung dann immer keine Rolle.) Zumal es ja kein Geheimnis war, dass Teyssier positiv war. Deinen Vorschlag empfinde ich als Teil einer neuerlichen Strategie, HIV-Infektionen klein zu reden und zu Banalitäten a la Schwanzgröße herunterzuspielen. Die allerersten Aidstoten sind auch offiziell an Lungenentzündung gestorben, laut Totenschein! Wieso soll ich glauben, dass ein geschwächtes Immunsystem keine Rolle spielt bei der Behandlung von Krebs.Wir werden noch viele HIV-Tote erleben, die, weil sie durch die neuen Medikamente alle eine wesentlich längere Lebenszeit hatten, quasi nicht an HIV gestorben sein werden. So zu tun, als habe das Virus und vor allem die dauerhafte medikamentöse Behandlung keine weiteren Auswirkungen auf den menschlichen Körper, halte ich für bedenklich.

  5. 5 ondamaris Juli 29, 2009 um 8:15 am

    auch mir geht gelegentlich die vermeintliche gleichsetzung von schwul und hiv auf den geist, zumal sie völlig realitäten verkennt und zb heterosexuelle positive ignoriert.
    allerdings kann ich nicht erkennen, wie diese gleichsetzung allein durch einen tag zu diesem artikel erfolgt sein sollte.
    im gegenteil, hiv und erst recht tod und sterben werden gerade in den schwulen szenen wieder viel mehr verschwiegen, haben sich ins private zurück gezigen als früher. unaufgeregt die realitäten zu benennen (wie es hier geschehen ist) finde ich da eher einen wohltuenden weg und beitrag.


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