Einfalt dank öffentlich-rechtlicher Gelder – die Fürstin und der Katholik

Als jemand, der keinen Fernseher besitzt (und stattdessen fleißig Radio hört und – ja, liebe GEZ – ganz brav Rundfunkgebühren bezahlt), darf ich wahrscheinlich nicht allzuviel über ProgrammmacherInnen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wettern. Da aber auch ich dem medialen Nachklapp zu einer Maischberger-Sendung mit Gloria von Thurn und Taxis und Joachim Meisner nicht entgehen konnte und ich daraufhin das Gespräch im Archiv online nachträglich angeschaut habe, frage ich mich schon, was eigentlich Sandra Maischberger veranlasst, eine solche Sendung zu produzieren und öffentliche Gelder für soviel Einfältigkeit rauszuschmeißen. Okay, der gesamte Talk war eine Promo-Show für das gemeinsame Buch der Studiogäste. Aber ist öffentlich-rechtliches Fernsehen wirklich dazu da, zwei einfältigen Figuren (und das meine ich gar nicht ironisch) eine Plattform für ihre unerträglich selbstgefälligen und verlogenen Äußerungen über die Welt, die Religion und die Sexualität im Besonderen zu bieten. Anders gefragt: Ist das Label „religiös“ mittlerweile ein Freibrief dafür, ohne Hirn irgendetwas vor sich hinzubrabbeln? Das alles kommt natürlich irgendwie kultur- und gesellschaftskritisch raunend daher inklusive dem mittlerweile von Reaktionären gepachteten Verweis, dass man ja so unangepasst und von Herzen gern politically incorrect sei! Die einzig wirklich passende Äußerung der Moderatorin war, als sie Meisner, der den Menschen in Afrika agesichts von Aids von der Treue überzeugen will, fragte: „Wo ist denn eigentlich das Problem mit dem Kondom?“
Vor dem ausladenden Geschwafel der Fürstin über Homosexualität muss auch Sandra Maischberger kapitulieren. Nun kann man davon ausgehen, dass sich die beiden Studiogäste beim überwiegenden Teil des Publikums selbst disqualifiziert haben. Aber ist das die Aufgabe des Fernsehens: einfältige Menschen einzuladen, damit wir uns hinterher selbst bekräftigen, wie einfältig die sind? Es wäre besser, vernünftig denkende Menschen zu wirklich interessanten Themen einzuladen. Statt der medialen Dauerverblödung Vorschub zu leisten, sollte sich die ARD ernsthaft um Hebung des Niveaus bemühen. Wie sagt Gloria doch so schön: „Der steile, steinige Weg führt in den Himmel, der breite, bequeme in die Hölle!“ Das ist auch im Fall von Denken und Verstand so! Um aber dem Herrn Meisner das letzte Wort zu geben: „Gottes Erbarmen ist nicht durch unsere Dummheiten aufkündbar!“


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