
Es war ein kurzes Signal – aber ein wichtiges! Erstmals haben Schwule und Lesben in der ukrainischen Hauptstadt für ihre Rechte demonstriert. Letztlich dauerte der KyivPride nur 20 Minuten, und die “Paradestrecke” war nur einige hundert Meter lang. Unterstützung hatten die TeilnehmerInnen u.a. durch eine 17-köpfige Delegation aus Kiews Partnerstadt München erhalten. In einer Pressemitteilung des CSD München heißt es: “500 Polizisten [mussten] über 100 Teilnehmer vor etwa 1000 gewaltbereiten Gegendemonstrant-Innen schützen. Rechts ein Zaun, links ein Riegel aus Dutzenden Polizeibussen, Zu- und Abgänge von der Polizei gesichert; freier Zugang für die Presse. Gefährlich, und doch ein Grund zur Freude.” Nur zweimal sei es Gegendemonstranten (“Rechtsgerichtete und Kirchen-Anhänger”) gelungen, die Polizeisperre zu durchbrechen. Sie hätten versucht, den Demonstrierenden die Transparente aus den Händen zu reißen, wurden aber von der Polizei festgenommen.
Die Parade war zuerst von den Behörden untersagt worden, dann, nachdem sie an einen anderen Ort verlegt worden war, doch genehmigt.
Im russischen Moskau dagegen wurden die Versuche von Schwulen und Lesben, für ihre Rechte zu demonstrieren, rigide durch die Polizei unterbunden. “Queer.de” hat eine ausführliche Berichterstattung in einem Live-Ticker.

Mit einer Mehrheit von 331 zu 225 hat die französische Nationalversammlung heute Nachmittag endgültig beschlossen, die Ehe von Homosexuellen der von Heterosexuellen gleichzustellen. Dies schließt auch das Adoptionsrecht ein. Die konservativen Gegner der Gleichstellung haben Verfassungsklage angekündigt. Zuletzt hatte sich der Widerstand radikalisiert: tätliche Übergriffe auf Schwule und auf schwule Einrichtungen haben zugenommen.
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat sich gestern in einer Pressemitteilung besorgt über eine Entscheidung der russischen Duma bezeigt, in erster Lesung ein Gesetz gegen “Homo-Propaganda” zu beschließen. “Die Einführung dieses Gesetzes kann die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, bi-, trans- und interssexuellen Menschen ebenso wie die, die sie und ihre Entscheidungen unterstützen, verstärken – besonders durch die Beschränkung ihrer Meinungsfreiheit und ihres Versammlungsrechtes.”
