Personalia der Woche: Wer 35 Jahre braucht, um zu merken, wer schwul ist, und wer Whitney Houston Tribut zollt

Weil es die Personalia dieses Wochenende mit etwas Verspätung gibt, haben wir sie mit gleich drei Videos garniert. Ein wenig Homo-Fummelei bei Games of Thrones, den neuen Song von Johnny “Dickmatized” McGovern und eine A Capella Version des Whitney Houston Ohrwurms “How will I know” – zuvor aber noch Nachrichten von LGBT-Zeitgenossen und Unterstützern …

Herry H., Indonesier, der seit 13 Jahren in Deutschland lebt, soll jetzt abgeschoben werden, weil er sein Studium abgebrochen hat – eine Online Petition fordert, ihm “eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen” zu erteilen. Die Petition kann bis 15.05.2012 unterzeichnet werden.

Ansgar Dittmar, Bundesvorsitzender der Schwusos, findet die Rehabilitierung von schwulen Männern, die nach 1945 aufgrund des § 175 verurteilt wurden, überfällig.

Manfred Bruns, Ex-Bundesanwalt, sagte in “Deutschlandradio Kultur”, eine solche Rehabilitierung wäre “eine große symbolische Geste”. Das Interview ist bis 18.9.2012 als MP3 zum Nachhören online.

Karin Büttner-Janz, gefeuerte Chefärztin, wirft dem Berliner Vivantes-Klinikumkonzern vor, sie wegen ihrer Beziehung zu einer Frau entlassen zu haben. Vivantes weist dies zurück. “Der Grund für die Kündigung war nicht irgendeine Beziehung zur Leitungsebene und schon gar nicht eine gleichgeschlechtliche Beziehung.”

Gerwald Claus-Brunner, zu 80% schwuler Pirat, freut sich nur mäßig, von einer Auto-Leihfirma als Werbeträger missbraucht worden zu sein.

Harald Kröger ist Nachfolger von Uwe Löher als Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Berliner Polizei. (Was übrigens nicht heißen muss, dass Herr Kröger schwul ist, aber qua Amt wird er die Nennung in der LGBT-Schublade der Personalia wohl aushalten.)

Philipp, Deutschlands bekanntester und schwulster Pferdewirt, konnte bei Kristof Hering, 15-Minuten-DSDS-Promi, gleich einen Ausschlag des Gaydars feststellen: “Ein bisschen merkt man es ja schon ein bisschen!” — So einen tollen Gaydar können sich andere nur wünschen … z.B. Werner Herzog, siehe unten!

Farid Müller, lesben- und schwulenpolitische Sprecher der GAL Hamburg (die übrigens künftig auch Bündnis90/Grüne heißen wird), fordert vom Senat der Hansestadt, “den Weg für eine steuerliche Gleichbehandlung der rund 2.500 eingetragenen Lebenspartnerschaften in Hamburg freizumachen”.

Michael Kauch, FDP-Bundestagsabgeordneter, hat sich in St. Petersburg mit Aktivisten getroffen.

Stefan Niggemeier, Blogger & Journalist, über die politisch geschürte Kampagne Aserbaidschans gegen Deutschland im Vorfeld des ESC. Sehr schöne Überschrift: “Dann holen wir halt den Weltkrieg raus!”

Martin Schmidtner & Marc Schulte, ESC-Blogger beim “Vorwärts”, fordern vom Veranstalter EBU, endlich Stellung zum Vorgehen Aserbaidschans gegen Menschenrechtler und Journalisten zu beziehen.

Northstar, gezeichneter Superheld aus dem Marvel-Comic-Universum, wird in “Astonishing X-Men” #51 (Juni 2012) seinen Freund Kyle ehelichen.

Michael Cashman, Co-Vorsitzende der interfraktionellen Arbeitsgruppe für Homo-Rechte im EU-Parlament, hat sich in Nordzypern für die Legalisierung von Homosexualität eingesetzt.

Rufus Wainwright, Sänger, hat mit seinem neuen Album zumindest das Ohr des Rezensenten beim “Kölner Stadtanzeiger” erobert: “Selten umschmeichelte Wainwrights zum Barocken neigende Liedkunst derart geschmeidig den Hörer.”

Ken Britt, Politiker der amerikanischen Demokraten, bewirbt sich um einen Sitz im Senat Atlantas.

Richard Grenell, der bereits unter US-Präsident Bush gearbeitet hat und seit mehreren Jahren in einer schwulen Beziehung lebt, wird Sprecher für Fragen der Inneren Sicherheit und Außenpolitik des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney.

In memoriam

Kenneth Weishuhn, Teenager aus Paullina im US-Bundesstaat Iowa, hat sich das Leben genommen. Seine Mitschüler sollen in wegen seiner Homosexualität gemobbt haben.

Raymond Taavel, kanadischer Aktivist, wurde am Dienstag in Halifax ermordet.

Jim Stewart, 1932 geborener Gründer des britischen Leder- und SM-Stores und der Marke Fetters, ist gestorben.

UnterstützerInnen

Werner Herzog, Regisseur, bekommt von “OMG” die Auszeichnung “worst gaydar ever“, weil es 35 Jahre dauerte, bis er erkannte, dass Regisseur John Waters schwul ist.

Dilek Kolat, Berliner SPD-Senatorin, hat eine Initiative zur Rehabilitierung von nach 1945 aufgrund des § 175 Verurteilten angekündigt.

Gustavo Petro, Bürgermeister von Bogota, Kolumbien, hat eine eigene Abteilung eingerichtet, die sich um LGBT-Belange kümmern soll.

Ben Cohen, Ex-Rugby-Spieler, mit Fotos und Interview im Magazin “Metrosource”.

Videos der Woche

Bei “Games of Thrones” geht aber auch gar nix unkompliziert und ohne Intrigen-Gequatsche – selbst der Homo-Sex nicht!

Link zu YouTube

Johnny McGoverns neuer Streich “Texting on the dance floor”. Man würde nie bemerken, dass er von einer Telefon-Firma gesponsert wird!

Link zu YouTube

GLEE-Tribut für Whitney Houston: A Capella von “How will I know”

Link zu YouTube

1 Response to “Personalia der Woche: Wer 35 Jahre braucht, um zu merken, wer schwul ist, und wer Whitney Houston Tribut zollt”


  1. 1 Martin April 22, 2012 um 2:53 nachmittags

    Danke für die wie immer gelungene Zusammenfassung der Wochen-News.
    Schade, dass Johnny McGovern in letzter Zeit offenbar zuviel Zeug von DJ Ötzi u.ä. gehört zu haben scheint. Er war schon mal besser.


Comments are currently closed.



Das Buch zum Blog

Archiv


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 46 Followern an