Schwule Welt: Vom Gebet bis zur Armee – Meldungen aus FIN, DE, USA, EG

Nachrichten aus der weiten Welt: Finnlands protestanische Kirche führt Gebet für gleichgeschlechtliche Paare ein +++ NRW will Aktionsplan gegen Homophobie +++ Menschenrechtslage in Ägypten +++ Neuer schwul-lesbischer Buchverlag in den USA +++ Studie zu Homosexuellen in US-Armee

Finnland: Die protestantische Kirche Finnlands hat angekündigt, ein spezielles Gebet für gleichgeschlechtliche Paare zu erarbeiten. Dies sei eine gute Möglichkeit den Kirchenmitgliedern gerecht zu werden, die einer sexuellen Minderheit angehörten, teilte die Synode mit. Pfarrer könnten das Gebet mit homosexuellen Paaren sprechen, es stelle gleichwohl keinen Segen der Partnerschaft im kirchlichen Sinne dar. Obwohl die Kirche dies bestreitet, wird die Einführung eines solchen Gebets als Reaktion auf eine massive Austrittswelle, nachdem ein Bischof in einer TV-Show Homosexualität als Sünde bezeichnet hatte.

Deutschland: Die rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will bis Ende 2011 einen Aktionsplan gegen Homophobie erstellt haben. Das verkündete die Gesundheitsministerin Barbara Steffens. “In einer aufgeklärten, modernen Gesellschaft dürfen Vorurteile gegen und Benachteiligungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Transgendern keinen Platz haben”, so Steffens.

Ägypten: Der Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestags berichtet über Menschenrechtsverletzungen. Zur Lage von Schwulen heißt es: “Homosexualität wird stark tabuisiert, insbesondere ärmere Homosexuelle werden von der Polizei in Fallen gelockt und zu Haftstrafen von 3-6 Monaten verurteilt. Überfällen und Erpressungen sind sie hilflos ausgesetzt.”

USA: Magnus Books heißt ein neuer Buchverlag mit Schwerpunkt auf schwul-lesbischen Themen. Gegründet von Don Weise, der zuvor Alyson Books verlassen hatte. Dort hatte man – auch wegen finanzieller Schwierigkeiten – angekündigt, künftig nur noch eBooks zu veröffentlichen. Erste Bücher im neuen Magnus Books Verlag sind für Herbst 2011 geplant.

USA: Die “Washington Post” hat erste Details einer Studie des amerikanischen Verteidigungsministeriums zugänglich gemacht. Untersucht wurde, welche Auswirkungen es auf die Armee habe, wenn homosexuelle SoldatInnen offen ihren Dienst leisten könnten. Wenig. 70 % der Befragten aus dem Militär erwarteten keine oder sogar positive Veränderungen. Die Studie ist Teil der Strategie der Obama-Regierung, das umstrittene Gesetz Don’t ask, don’t tell, das Homosexuelle in der Armee zum Schweigen über ihre sexuelle Orientierung verpflichtet, abzuschaffen. Die Veröffentlichung ist für den 1. Dezember vorgesehen. Eine Forderung von Aktivistengruppen, die Studie jetzt umgehend zu veröffentlichen, wurde vom Pentagon zurückgewiesen.

About these ads

Das Buch zum Blog

Archiv


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 35 Followern an