Neue Zahlen zu HIV/Aids

Anlässlich des Welt-Aids-Tages hat das Robert Koch Institut (RKI) aktuelle Zahlen zu HIV/Aids in Deutschland herausgegeben. Eine kurze Übersicht:
Ende 2009 lebten ca. 67.000 Menschen mit HIV/Aids in Deutschland – darunter knapp 42.000 Schwule bzw. bisexuelle Männer*.
Für 2009 wird die Zahl der Todesfälle auf 550 geschätzt. Seit Beginn der Epidemie sind insgesamt 28.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit und ihren Folgen gestorben.
Seit 2007 scheint sich die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland auf einem Niveau von derzeit ca. 3.000 HIV- Neudiagnosen pro Jahr zu stabilisieren. Die Zahl der Aids-Erkrankungen wird mit 1100 angegeben.
Mit 72 % bleibt schwuler Sex Hauptinfektionsweg. Hetero-Sex 20 %**, Drogengebrauch 8 %, Kleiner als 1 % ist die Weitergabe durch infizierte Mütter an ihre Kinder.
In der Therapie verzeichnet das RKI einen „Trend zu einem wieder früher einsetzenden Therapiebeginn“. Dies sei auch in Hinsicht auf die Prävention zu begrüßen.
Ausführlicher Bericht: Epidemiologisches Bulletin 48 des Robert Koch-Institut (PDF) / Bei Ondamaris findet sich eine Linksammlung, über die die Situation in den einzelnen Bundesländern abgerufen werden kann.

Nachtrag: Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen insgeamt 33,4 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen wird für 2008 mit 2,7 Millionen, die Zahl der Toten mit 2 Millionen angegeben.

* in der RKI-Terminologie zur Vermeidung des Wortes “schwul” heißt es: MSM, Männer, die Sex mit Männern haben)
** während das RKI bei Schwulen sofort von Sex redet, nennt man das bei Heterosexuellen „Kontakte“.

4 Antworten zu „Neue Zahlen zu HIV/Aids“


  1. 1 ondamaris November 24, 2009 um 4:23 nachmittags

    eine kleine ergänzung: der begriff “MSM” ist ein fachbegriff, der international (nicht nur am rki) üblich ist.
    er umnfasst mehr als “schwule männer” (nämlich zb auch männer, die sich selbst nicht als ‘schwul’ definieren, wohl aber auch mit männern sex haben), und er ist in manchen kontexten (wie zb ländern, in denen es qua staats-dogma eigentlich keine männerliebenden männer gibt) vorteilhaft, zb wenn über hiv bei diesem männern geredet werden kann, ohne das wort “schwul” oder “homosexuell” zu benutzen.
    das muss man (mit westeuropäischen aufklärungs-hintergrund) nicht mögen – den männern in diesen ländern kommt es aber zugute, wenn dadurch zielgruppengerehcte prävention leichter möglich wird

  2. 2 samstagisteingutertag November 24, 2009 um 5:53 nachmittags

    Tja, alles hat Nebenwirkungen (passt zum Thema): “kulturelle” Rücksichtnahme kann eben auch andere Kulturen – zumindest sprachlich – auslöschen!

  3. 3 ondamaris November 24, 2009 um 10:13 nachmittags

    ach … ein bisschen mehr gelassenheit und selbstbeuwsstsein hilft da vielleicht … ich lass mich doch davon nicht sprachlich abschaffen … ich bin schwul, und kanns auch aushalten, wenn andere den begriff msm verwenden …

  4. 4 alivenkickn November 24, 2009 um 10:19 nachmittags

    ich staune immer wieder mit welcher beharrlichkeit der mensch es schafft sich intellektuelle kunstrukte und rechtfertigungen zu schaffen um die realität wie sie nun mal ist zu verschleiern und sich somit das leben erschwert.

    als hätte das leben selbst nicht genügend prüfungen für jeden in petto . . . . . ;)


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