Aids-Statistik ohne Schwule?

Auch wenn das Robert Koch Institut wieder einmal alles getan hat, um das Wort „homosexuell“ nicht in der Pressemeldung zum Welt-Aids-Tag auftauchen zu lassen, so darf man doch annehmen, dass mit der Zahl von 38.700 infizierten Männern, die Sex mit Männern haben, doch hauptsächlich Schwule gemeint sind. Das Thema ist natürlich zu ernst, um sich länger mit den verbalen Tricks zur bewussten Entsolidarisierung der Hauptbetroffenengruppe (ich glaube, auch das ein nicht mehr übliches 80er-Jahre-Wort) aufzuhalten. Insgesamt liegt die Zahl der in Deutschland mit HIV oder Aids lebenden Menschen bei 63.500. 8.700 davon haben sich „über heterosexuelle Kontakte“ infiziert (das Wort „heterosexuell“ kommt dem Institut über die Lippen!), vermutlich ebenfalls auf heterosexuelle Kontakte gehen Infektionen der rund 7.300 Menschen aus Hochprävalenzregionen zurück. Damit sind in aller unwissenschaftlichen Kürze von Aids hoch betroffene Länder vor allem Afrikas und Südostasiens gemeint. 8.200 Menschen infizierten sich beim Spritzen von Drogen.


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