Null Toleranz - Kölner CSD kämpferisch

Motto Kölner CSD 2008

 

Anders als die Stuttgarter mit ihrem wabernden Motto haben sich die Kölner CSD-Macher in diesem Jahr ein eher kämpferisch klingendes Motto gegeben: “Null Toleranz”. Soweit ich mich erinnere, war das mal der Slogan, mit dem ein New Yorker Bürgermeister gegen die hohe Kriminalität der Stadt vorgehen wollte. Etwas zynisch formuliert war die Auswirkung dieser Politik die, dass man in NY schon fürs Bei-Rot-über-die-Ampel-Gehen in den Knast gesteckt wurde. Die Kölner haben kluger Weise ihrem Motto einen Erläuterung hinzugefügt: Null Toleranz für null Toleranz!” Das klingt doch schon besser und deutlicher. Ziel des Mottos sind jene scheinheiligen Hetzer aus Kirche, Popkultur und Alltag, die ungestört zum Hass, zum Mord, zur Ausgrenzung von Homosexuellen (und meist gleich aller anderen “Minderheiten”) aufrufen, für sich selbst aber immer gern die tolerante Freiheit gegenüber der Kunst und der Meinung in Anspruch nehmen.
Ich gebe zu, dass das Motto auf meinen Nerv trifft. Gerade die (Katholische) Kirche, die aktiv Diskriminierung betreibt und Angestellte feuert, weil sie homosexuell sind, kann für ihr asoziales Tun mit dem Schutz des Staates rechnen und sonnt sich im wohligen Gefühl, dass sie eine eigene Rechtssphäre geschaffen hat. Das würde andernorts als Parallelgesellschaft verdammt. Ist je ein Hassprediger verurteilt worden? Nichts ist einfacher in unserem Land, als gegen andere zu hetzen. Im Gegenteil, eine ganze Musikindustrie gründet ihren Profit auf Hetze und Aufruf zur Gewalt. Und es ist mir reichlich wurscht, ob Hetzer sich ein christliches, muslimisches oder sonstwas Glaubensmäntelchen umhängen. Mord bleibt Mord - und (noch) ein Verbrechen, auch wenn man das Gefühl hat, dass die Verbrechen bestimmter Bevölkerungsschichten eher den Kuschelpädagogik-Segelturn im Mittelmeer nebst anschließendem Job und Extra-Unterstützung nach sich ziehen. ……. Uff, in Rage geschrieben ….
Ein weiterer Teil (der werbetechnische) des Kölner CSD ist eine Plakatkampagne mit “Vermisst”-Motiven (Link zum Herunterladen auf der Website des Kölner CSD). Die scheint mir etwas unausgegoren und schon der Zusatz auf den Plakaten, es handele sich hier nicht um einen Aufruf zur Gewalt, zeigt die Unsicherheit der Macher mit ihrer Aktion. Man muss gar nicht ironisch sagen, dass man die homophoben Statements des Herrn Meisners vermisst. Ein schlichtes “Halt’s Maul!” würde es auch tun. (Aber das könnte ja schon das CSD-Motto fürs nächste Jahr sein.)

Schlagworte: , ,

Eine Antwort hinterlassen