Wer einen Rückfall in alte Zeiten erleben will, kann in manche Gegenden Deutschlands reisen oder nach Belgrad. In einem Beitrag für die TAZ warnt Jan Feddersen vor der Schwulenfeindlichkeit in Serbien. Er zitiert den Aktivisten Kurt Krickler, der schwule Grand-Prix-Besucher ausdrücklich davor warnt, “schwule Zeichen” während des Grand-Prix im Mai zu tragen: “Man muss den Fans aus unserer Community dringend davon abraten, sich in Belgrad offen zu zeigen – vor allem sollten sie auf Aidsschleifen am Revers und auf die Regenbogenfahne verzichten. Die üblichen Notrufnummern sollten immer im Handy eingetastet bleiben.” Sonst gibt es nämlich möglicherweise die Fresse voll. Das nennen wir Gastfreundschaft: Millionen an Zuschüssen für die Show kassieren und das schwule Klientel (beim Grand Prix keineswegs die Minderheit) darf sich derweil abfertigen lassen als Dreck zweiter Klasse, der serbischen Schlägern zum Fraß vorgeworfen wird. Bauscht Jan Feddersen nur was auf? Oder ist es wirklich so, dass das Grand-Prix-Gastland die Sicherheit und Freiheit seiner Besucher nicht garantieren kann und will? Dann sollte man den Grand Prix schleunigst absagen.
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