Ich kann nicht genau sagen, was in 2008 in diesem Blog stehen wird, kann aber schonmal sagen, worüber ganz wenig zu lesen sein wird: den Eurovision Song Contest. In meinem Alter (über 40) darf man ja noch Grandprix sagen.
Also schnell das Aktuelle: die 5 TeilnehmerInnen am Vorentscheid, wer nach Belgrad fliegen und dort Deutschland vertreten wird, stehen fest. Es sind die No Angels, Marquess, Tommy Reeve, Cinema Bizarre (Wiedergänger von Tokyo Hotel) und Carolin Fortenbacher, eine Musical-Sängerin. Sachkundiges kann man jederzeit im Blog von Jan Feddersen nachlesen.
Wer letztlich hinfliegt, ist mir reichlich wurscht. In den 80ern wurde ich während meines Coming-outs auch mit Grand-Prix-Partys sozialisiert, inklusive des wunderschönen Erlebnisses, vom Gastgeber als -in in schwarzem Kostüm und Samthandschuhen an der Wohnungstür begrüßt zu werden. Formvollendet wusste ich, dass die Lippen des Mannes beim Handkuss die Hand nicht wirklich berühren, sondern dies nur andeuten. Der Abend als solcher endete weniger formvollendet. Ach ja, … (diese drei Punkte deuten eine fünfminütige Schön-war-es-doch-Gedenkpause an). Entsprechend neige ich dazu, heutige Eurovisionsbegeisterung von Homosexuellen als schwule Folklore abzutun. Allerdings eine sehr lebendige. Folklore aber deshalb, weil alles um den Grandprix herum zu festen Ritualen und Formen erstarrt ist, die bedient werden müssen bzw. die nicht zu bedienen diese bekannten kleinen Skandale der scheinheiligen Empörung hervorrufen. Also so wie Griechenland aus kleinen weißen Häuschen vor blauer Meereskulisse zu bestehen hat, so muss auch der Grandprix halt wie ein Grandprix ablaufen. Einschließlich kurzzeitiger nationaler Entrüstung über Länder, die uns keine Punkte geben, sowie die Tatsache, dass die Türken mit ihrer Handy-Mehrheit wieder das „deutsche“ Voting „fälschen“ werden. Ach ja, … (dieses Mal deuten die drei Punkte keine Gedenkpause, sondern eher leichte Genervtheit an).
Aber alles nicht so schlimm, weil es Schlimmeres als den Grandprix gibt, vielleicht ist ja der eine oder andere schöne Song dabei. Wobei mir schon jetzt nicht mehr einfallen will, was im letzten Jahr mein Favorit war. Es muss am Alter liegen …
Schon wieder: Grandprix
Veröffentlicht Januar 10, 2008 Alltag , Gesellschaft , gay , gay life , schwul 2 Kommentare2 Antworten zu „Schon wieder: Grandprix“
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spannend aber wird sein, wie sich der einzig deutschsprachige beitrag im voentscheid schlägt: die relativ unbekannte carolin fortenbacher mit einem – wie ich las – titel von der von mir sehr verehrten pe werner (remember „kribbeln im bauch“). ich bin gespannt!
Pe Werner gehört auch zu meinen Lieblingssängerinnen – leider sehr unterschätzt hierzulande. Also dann drücke ich auch schon mal vorab die Daumen, dass sie der Fortenbacher einen guten Song schreibt!